10.1 Schnitzerei einer männlichen Figur in Form einer Puppe

Schnitzerei einer männlichen Figur aus Mammutknochen. Sie ist auch als "Schamanenpuppe" bekannt geworden und stellt ein bemerkenswertes Obejekt des dem mährischen Paläolithikums dar. Die Puppe wurde im Jahre 1891 innerhalb des Ritualgrabes eines Mannes in der Francouzská-Strasse, in Brünn (Lokalität Brünn 2) entdeckt.

 

Material: Mammutknochen

Ausmaße (Höhe): Kopf – 66 mm, Körper – 138 mm, Hand – 98 mm

Typ des Exponats: Kopie des Originals (Gips)

Fundort: Brünn II, Francouzská-Strasse, Mähren

Lagerung: Mährisches Landesmuseum, Brünn, Tschechische Republik

 

Im Grab befand sich eine reiche Ausstattug. Das Skelett war mit einem Mammutschulterblatt sowie einem Stosszahn bedeckt. Daneben lag das Skelett eines Nashorns. Ausser der Figur befanden sich 600 Anhänger aus tertiären Gehäusen von Weichtieren neben dem Toten. Weiter waren hier zwei Steinkreise aus Mergekalk und einige symbolische Scheiben aus Mammutknochen sowie Mammutschulterblätter angeordnet.

Von dem Figürchen, welches als Puppe gestaltet war, blieben drei Teile, d.h. Kopf, Körper und linke Hand erhalten. Am besten erhalten blieb der kleine Kopf, der eine realistische Haartracht, Augenbögen und Nase aufweist. Der Körper ist dagegen nur in fragmentarischem Zustand überliefert, wobei die rechte Hälfte besser erhalten ist. Von den Extremitäten ist nur die linke Hand mit angedeuteten Armmuskel und Schultergelenk erhalten. Alle Körperteile waren ursprünglich miteinander verbunden; es handeltesich also um eine bewegliche Puppe. Nach Analogien vom Anfang des 20. Jahrhunderts aus Sibirien könnte sie als Hilfsmittel für den Schamanen gedient haben.

nach Oliva 2015 nach Oliva 2015