Die Mammutknochen häuften sich allmählich abseits der Siedlungen an separaten Ablagerungsplätzen (→ Exponat 7.1). Manchmal befanden sie sich in den anliegenden nassen Talmulden und in Dolní Věstonice II sogar unter dem Spiegel des damals vorhandenen kleinen Sees. Die Knochen gehörten zu Duzenden von Einzelwesen, am Fundort von Dolní Věstonice I sogar zu einem Hundert von Mammuten.
Man überlegte selbstverständlich auch die Möglichkeit, dass diese Knochenablagerungen ein natürlicher Friedhof waren, wohin die Tiere gingen, um zu sterben. Die Jäger suchten erst später nach deren Knochen und Stoßzähnen. Auch wenn diese interessante Diskussion noch nicht abgeschlossen ist, ist schon jetzt klar, dass das Leben der Siedlung und die Errichtung der Knochenablagerung zur gleichen Zeit verliefen. Es ist daher höchst wahrscheinlich, dass die Mammutknochen riesengroße Relikte der Jagdbeutestücke darstellen. Die Mammutknochen wurden aus räumlichen und hygienischen Gründen etwas abseits der Hauptsieglungsstätten angehäuft. Das Aufbewahren der Körperteile von Tieren unter Wasser konnte dem Zweck der Konservierung dienen, besonders im Winter, wenn das Wasser gefroren war.
Das Vorhandensein der Mammutknochen in den Seitenschluchten beweist auch eine optimale Jagdstrategie, bei welcher logischerweise das gegliederte Gelände der Pollauer Berge genutzt wurde. Von den Mammutherden, welche die Flussaue entlang wanderten, musste ein ausgewähltes Einzeltier, ein eher jüngeres Mammut, getrennt werden, danach wurde es gegen den Abhang hin in einen Abgrund hineingetrieben. Das Großtier wurde durch den glitschigen versumpften Boden abgebremst. Die höheren Schluchtflanken boten den Menschen den Vorteil, von oben zielen und schlagen zu können. Sie mussten ihre Schläge vor allem gegen jene Stellen richten, an welchen das Tier höchst verletzlich war – in den Bauch oder in die Augehöhle.
Sicher war es nicht nötig, „Mammutgruben“ zu graben – in einer Landschaft mit durchgefrorenem Boden war dies auch physisch nicht möglich.